In Memoriam Walter Frosch

“Ein Walter Frosch spielt nur in der A-Mannschaft oder in der Weltauswahl.”

(Walter Frosch)

Schornsteinfeger Walter Frosch

Schornsteinfeger Walter Frosch

Wo sind sie geblieben, die Spielertypen? Alle tot? Nein, das glauben wir nicht. Aber heute ist ein Spielertyp von uns gegangen, der gegen Hertha BSC sein erstes Spiel als Profi absolvierte. Daran möchten wir erinnern. Walter Frosch war eigentlich ein Antisportler. Kein Vergleich mit den gestylten Ikonen unserer heutigen Zeit. Kettenraucher, ein beinharter Defensivmann mit der Zigarettenschachtel im Stutzen. Er hätte viel besser in den Dunstkreis der Brigade Pankoff statt auf den Rasen gepasst, denn Kneipen mochte er. “Mein schwerster Gegner war immer die Kneipe”, hat er selbst gesagt. Bei seinem Wechsel vom SV Alsenborn zum 1. FC Kaiserslautern kam es zu einem Streit mit dem FC Bayern München, bei dem Frosch auf Druck des zwielichtigen Managers Robert Schwan einen weiteren Vertrag unterzeichnete. Der DFB entschied das heute Undenkbare und Frosch musste seinen Vertrag mit dem 1. FC Kaiserslautern erfüllen. Zum Nachteil der Pfälzer wurde er für vier Monate gesperrt. Die Wartezeit verbrachte er auf Mallorca. Walter Frosch debütierte am 23. November 1974 in der Fußball-Bundesliga. In der 76. Minute wurde er im Olympiastadion von Lauterns Trainer Erich Ribbeck für Werner Melzer eingewechselt. Hertha gewann das Spiel mit 2:1 durch zwei Tore von Kurt Müller. Berühmt wurde der Pfälzer Walter Frosch durch seine Liebe zu gelben Karten. Nach seinem Wechsel im Jahr 1976 zum FC St. Pauli wurde in einer Saison 18-mal verwarnt. Der DFB führte daraufhin die Gelbsperre ein. Kult war Walter Frosch schon zu Lebzeiten. Als Bundestrainer Jupp Derwall ihn im Jahr 1976 in den Kader der B-Nationalmannschaft berufen wollte, lehnte er das mit o. g. Zitat ab. Die Ergebnisse des heutigen Spieltages treten zurück. Ruhe in Frieden lieber Walter Frosch. (jö)

 
Jörsch posted at 2013-11-23 Category: Allgemein, Hertha BSC

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