Hopp’s seelenloses Projekt nach drittem Saunagang geschlagen

“Der sittliche Mensch liebt seine Seele, der gewöhnliche sein Eigentum.”

(Konfuzius)

Ein Zeugnis spontaner Huldigung der Brigade

Ein Zeugnis spontaner Huldigung der Brigade in der Prignitz

Perleberg, letzten Sonnabend. Ein trüber Novembertag. Es ist 15.30 Uhr. Der leitende Redakteur hat Rücken und schleicht in gebeugter Haltung auf dem herrlichen Anwesen derer zu Dinnebier die wenigen Schritte vom Wochenenddomizil zur Sauna. Herrenwochenende war angesagt. Während die anderen zum Kartfahren losziehen, versucht der vielbeschäftigte Autor dieses Anschnur-Magazins das Beste aus seiner vertrackten Situation zu machen. “Autsch!”, ertönt es immer wieder. An Fußball ist heute nicht zu denken. Die kulturelle Vielfalt der Prignitz lässt Sky-Embleme sowieso vermissen. “Dann muss Hertha heute mal so klarkommen”, denkt der leidende Redakteur. Statt vor dem Volksempfänger zu verweilen, bewegt sich dieser in den 85 Grad heißen Schwitzkasten. Das tut gut. Die Muskulatur wird langsam wieder geschmeidig. Einfach herrlich die Ruhe. Nach dem zweiten Saunagang ist es etwa 17.15 Uhr. Den Ruheraum passieren zwei ältere Herren. Der eine Mann hat das Wort “Hertha” auf den Lippen. Der andere sagt, ” … Dieser dreckige Hopp! Da machen die aus dem Nichts zwei Tore ….”. Aus den aufgeschnappten Wortfetzen dieser eloquent und sympathisch erscheinenden Herren und deren Verärgerung ist zu schließen, dass die alte Dame den Nachmittag wohl wenig erfolgreich gestaltet hat. Resignation macht sich breit. ARD-Sportschau? Heute bestimmt nicht. Der nun doppelt leidende Redakteur beginnt einen dritten Saunagang und entscheidet sich dafür, die Zeit bis zur Massage um 19.00 Uhr weiter im Wellnessbereich zu verbringen. Gegen 20.00 Uhr geht es dem Rücken nach einer Rückenmassage und einer Moorpackung zwar etwas besser, auf der Seele lastet aber die vermeintliche Niederlage des Hauptstadtclubs Nummer eins. Der Redakteur verlässt dennoch in halbwegs aufrechtem Gang den Wellnessbereich. Das Abendessen mit den Kumpels ruft. Plötzlich wird durch zwei aufflackernde Balken auf dem iPhone angezeigt, dass der Kontakt Perlebergs zur Außenwelt in brillanter Edge-Qualität wiederhergestellt ist. In der Schwatz-Applikation der Brigade Pankoff herrscht ein reges Treiben. Von Niedergeschlagenheit keine Spur und dann steht da was von einem neuen Lieblingsspieler “Ramonius”. Der Web-Master frohlockt, dass in Kürze ein Ortswechsel vom Kissingen Eck in den Magendoktor bevorstünde. Die höchste Auszeichnung der Brigade Pankoff, ein echter Ritterschlag. Zwischendurch ist immer mal wieder ein “Eurroppapookaal” zu lesen. “Was soll diese Ausgelassenheit?”, fragt sich die Redaktion und ruft ohne schuldhaftes Zögern die Ergebnistafel des Nachmittags auf. Schon nach wenigen Minuten fördert die Komfortverbindung der Deutschen Telekom die Ergebnisse des zwölften Spieltags ans Tageslicht und da steht eindeutig eine 3 neben dem Worten Hertha BSC. Wie geil ist das denn? Hertha arm wie eine Kirchenmaus schlägt das fiese Finanzderivat des Herrn Hopp in seiner eigenen Hütte. Geld schießt eben nicht immer Tore. Schade, dass an diesem Tag kein Redakteur für einen Live-Bericht aus dem Magendoktor zur Verfügung steht. Man kann eben nicht überall sein. (jö)

 
Jörsch posted at 2013-11-15 Category: Hertha BSC

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