Gersbeck, du bist ein Teufelskerl!

 „…Entschuldigen Sie die Begeisterung, die Fußballlaien werden uns für verrückt erklären …“

(Herbert Zimmermann)

Super-Marius gibt eine Zugabe.

Super-Marius gibt eine Zugabe.

Was hat uns der Weihnachtsmann denn da für ein dickes Geschenk unter den Baum gelegt. Hertha BSC gewinnt als Aufsteiger beim Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund mit 1:2 (1:2) und hat damit fantastische 28 Punkte in der Hinrunde gesammelt. Danke an René und Marcello, die ihren Support nach einigen Irrungen und Wirrungen dann wohl doch im Westfalen-Stadion leisteten. Die alte Dame überwintert jetzt auf Platz 6 der wohl besten Profiliga der Welt. Wir sind völlig aus dem Häuschen. Der optimistischste Tipp in der Brigade gestand zum Saisonbeginn Hertha BSC Tabellenplatz 7 zu. Der Rest der Truppe wollte nur den Abstieg vermeiden. Doch nach 17 von 34 Spieltagen stehen ganze 12 Vereine im Oberhaus des deutschen Fußballs hinter Hertha BSC. Kompliment an Jos Luhukay der auch nach dem Sieg in Dortmund gelassen blieb und zurecht die Teamleistung als ausschlaggebend für den Erfolg seiner Jungs hervorhob. In Dortmund stand aber dennoch ein Spieler allein und aus Sicht der Redaktion absolut verdient im Mittelpunkt des Medieninteresses: Marius Gersbeck. Er wurde in 90 Minuten zum Fußballhelden. Unglaublich: Als sich Stammtorhüter Thomas Kraft letzten Mittwoch das Knie verdrehte, schienen für die alte Dame alle Lichter auszugehen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Marius Gersbeck wurde von Jos Luhukay in die Startformation gegen Borussia Dortmund berufen. “Marius wie?”, war die erste Frage. Ihn kannten vor einer Woche die wenigsten von uns. Dann folgten die Fakten: Marius Gersbeck (18 Jahre, 1,87 m, 80 kg) ist seit 2005 Herthaner. Zuvor spielte der Ur-Berliner beim SC Siemensstadt und bei Brandenburg 03. – Ah ja. – 2012 wurde Marius Gersbeck Deutscher Meister mit der B-Jugend der Hertha. – Hut ab. – Hertha BSC ist seine Herzensangelegenheit. – So soll es sein. – Dann ein persönliches Zitat: “Wenn ich selber kein Spiel habe, stelle ich mich – wie die anderen Verrückten – in die Ostkurve oder fahre zu den Auswärtsspielen mit, weil ich halt so groß geworden bin und dafür lebe.“ – Wahnsinn, der Junge ist einer von uns! – Doch dann beschleichen uns bis zum Spieltag zunehmende Zweifel an seiner Nominierung. Hoffentlich behält der junge Bursche vor über 80.000 Fans in Dortmunds Hexenkessel die Nerven. In Spielminute 7 scheint der Traum zu platzen, denn bereits die erste Bewährungsprobe vergeigt Marius Gersbeck und Marco Reus nutzt dies ganz abgezockt zur 1:0-Führung aus. Das war dann aber der letzte Patzer. Super-Marius wuchs zum Torwart-Titan und vereitelte jede weitere Chance des Gegners mit Bravour. Im Angriff der Hertha überzeugte ein hellwacher Allagui der das 1:1 durch Ramos vorbereitete und selbst das 1:2 noch vor der Pause nach einem starken Dribbling markierte. Da in Halbzeit 2 keine weiteren Tore mehr fielen, war die 2:1-Sensation perfekt. Nach seinem ersten Profieinsatz kletterte Torwartazubi Marius Gersbeck dann auf den Zaun des Gästeblocks, schnappte sich das Megafon und sprach aus, was an diesem Nachmittag alle Hertha-Fans fühlten: „Hier regiert der BSC! Hier regiert der BSC.“ Gersbeck, du bist ein Teufelskerl! Wer hätte an einem Tag, der mit der Frage “Wo ist Marcello?” startete, wirklich an ein solches Happyend geglaubt? Für solche Momente ist man Fan. (jö)

 
Jörsch posted at 2013-12-23 Category: Hertha BSC

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