Brigade Pankoff legitimiert Freispruch für Uli Hoeneß

“Nicht wenige Gnadenerweise ziehen gnadenlose Folgen nach sich.”

(Martin Gerhard Reisenberg)

Was war das wieder einmal für eine Woche. Die neuen Leibchen und Höschen für die deutsche Fußballnationalmannschaft der Herren (!) wurden vorgestellt. Der DFB setzt mit einem durchgängigen Weiß ganz gewagt auf eine bußfertige Optik seiner männlichen Aushängeschilder. Ob dies mit den Offenbarungen zu tun hat, die anlässlich der Hauptversammlung des FC Bayern München der gläubigen Menge kundgetan wurden, ist nicht überliefert. Gleichwohl gewinnt diese These an Boden, da auch der  in verschiedenen Rottönen gehaltene Bruststreifen eine Reminiszenz an den großen Bajuwarenstamm in unserem Nationalteam sein dürfte. Die DFB-Auswahl vermochte es am Freitag nach gutem Spiel mit einem 1:1 (1:1) in Mailand leider wieder einmal nicht, die Squadra Azzurra in Jogis 100. Länderspiel zu schlagen. Trotzdem bleiben wir optimistisch.

Kann Gott diesen bescheidenen Seelen widerstehen?

Kann Gott diesen bescheidenen Seelen widerstehen?

Über den Dresscode der Nationalmannschaft kann man sich gerne streiten. Megaheiß und sakrosankt ist aber in jedem Fall das Büßerhemd des Uli Hoeneß, welches dieser zur bereits erwähnten Hauptversammlung in München auftrug. Nach der Formulierung der eigenen Erwartungshaltung an die bayerische Justiz und dem Loblied, das der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge auf die Lebensleistung des Uli Hoeneß anstimmte, musste der Präsident des FC Bayern München vor laufenden Kameras tränenüberströmt in ein riesiges Taschentuch schnäuzen. Warum war er so gerührt? Zum Verständnis kann man einen Rollenvergleich zu den Strukturen so genannter ehrenwerter Gesellschaften wagen ohne dem FC Bayern München unterstellen zu wollen, er sei eine ebensolche. Diesen Familien sitzt meist im Verborgenen ein gestrenger Pate vor, der immer das letzte Wort hat. Beim FC Bayern wäre diese Rolle Kaiser Franz auf den Leib geschrieben, wobei er sich vielleicht ein bisschen zu häufig in der Öffentlichkeit zeigt. Der tränenreiche Bayern-Präsident selbst wäre nach dieser Logik dann ein “Sotto capo” (Subchef), dem die Überwachung der laufenden Familiengeschäfte zufällt. Dem Subchef wird gewöhnlich ein sogenannter “Consigliere” (Berater) unterstellt. Dieser hat die Aufgabe, die Familie zusammenzuhalten. Das entspricht dem Temperament Rummenigges, der mit seinem Loblied auf Uli Hoeneß den Zusammenhalt der Bayern-Familie pries. Mehr noch: In einem Akt der Selbstkasteiung hat Rummenigge einen Strafbefehl in Höhe von 249.900 Euro auf sich genommen und darf sich seitdem als vorbestraft bezeichnen. Bei soviel identitätsstiftender Einsatzfreude musste Uli Hoeneß einfach zu Tränen gerührt sein.

Die Redaktion fragt sich, warum im beschaulichen Bayern zu diesem Thema alles so ruhig und besonnen bleibt?  Die Antwort ist ganz einfach. Bayern ist quasi ein Gottesstaat und schon in den Seligpreisungen der Bergpredigt heißt es: Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich (Matthäus 5, 10). Uli Hoeneß kann somit völlig tiefenentspannt bleiben, denn die Justiz des Freistaates Bayern wird die Gnade Gottes walten lassen. Die Redaktion kneift nicht, wenn es darum geht unpopuläre Standpunkte zu vertreten. Wir haben uns deshalb auch schon im Frühjahr 2013 für Uli Hoeneß eingesetzt. Freispruch (!) lautet nach dieser Analyse auch jetzt die logische Forderung unseres Anschnur-Magazins.

Den Wahrheitsgehalt hartnäckiger Gerüchte, wonach der Limburger Bischof Tebartz van Elst auf Geheiß des Papstes im niederbayerischen Kloster Metten die Seligsprechung von Uli Hoeneß zu Lebzeiten prüfen soll, konnten wir noch nicht feststellen. Wir bleiben wie immer am Ball. (jö)

 
Jörsch posted at 2013-11-17 Category: Allgemein

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